Wo Diakonissen Urlaub machten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden für die Diakonissen im Oberlinhaus zwei idyllische Erholungsstätten erworben. Beide sind bereits Vergangenheit – wir blicken einmal zurück.

Erholungsstätten in Wernigerode und Berchtesgaden

Die Pension „ Haus Einkehr“ in Wernigerode (Harz) wurde bis 1914 von der Familie eines Berliner Professors genutzt. Dann stand es zum Verkauf bis der damalige Oberlin-Vorstand Theodor Hoppe, von einem Frontbesuch bei seinen Diakonissen kommend, das Verkaufsangebot las und das Haus 1915 erwarb. Nach Umbau und Herrichtung war es für viele Diakonissen eine Erholungsstätte. Nach Kriegsende 1945 gewährte das Haus flüchtenden Schwestern für längere Zeit Unterkunft. In den 1950er Jahren wurde es wieder ein Erholungsheim. Schwestern aus dem Oberlinhaus waren dort als Hausmütter tätig und hielten den geschäftliche Kontakt zum Mutterhaus. Das „Haus Einkehr“ wird 2015 veräußert. Wenig Auslastung, ein zunehmender Konkurrenzdruck und Investitionsrückstau haben dazu geführt, dass der Pächter Mitte 2014 aufgehört hat.

1928 erwarb das Oberlinhaus das „Landhaus Schönsicht“ in Berchtesgaden. Auch hier waren es Diakonissen aus dem Oberlinhaus, die dem Haus vorstanden, unterstützt von einem Hausmeister für Gästeservice, Garten  und Reparaturen. Ab 1936 gab es Bemühungen, das Haus zu veräußern, die Bewirtschaftung gestaltete sich auf Grund der Distanz zunehmend schwieriger. Im Krieg sollte das Haus der NSDAP übergeben werden. Zunächst waren dort Soldaten und ab Februar 1941 Kinder über die Kinderlandverschickung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt untergebracht. Im Oktober 1941 wurde das Haus verkauft. Seit mehr als 70 Jahren befindet sich hier eine private Rehabilitationseinrichtung.

Foto: Blick vom Haus Einkehr zum Schloss Wernigerode
Fotoquelle: Archiv Oberlinhaus