Vom Umgang mit Menschen mit Autismus

Vor zehn Jahren öffnete unsere Autismuswohnstätte „Moltke-Haus“

Für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen, die aufgrund ihrer besonderen Bedarfe ein spezielles Wohnangebot benötigen, eröffnete das Oberlinhaus vor zehn Jahren das „Moltke-Haus“ an der Steinstraße. Zehn Frauen und Männer zwischen 20 und 34 Jahren aus Brandenburg und Berlin, die an frühkindlichem Autismus und einer geistigen Behinderung leben, wohnen hier.

Autismus ist eine genetisch bedingte, tiefgreifende Entwicklungsstörung. Beeinträchtigt sind soziale Interaktion, Kommunikation, Wahrnehmung und Reizverarbeitung. Zum Bild gehören stereotype Verhaltensmuster und Interessen. Das Moltke-Haus bietet Menschen mit Autismus einen überschaubaren Lebensraum, das 25-köpfige Team sorgt im Drei-Schicht-System für klar strukturierte Tagesabläufe. Intensive Begleitung, Orientierungshilfen sowie Assistenz durch unsere fachkompetenten Mitarbeitenden sind Grundvoraussetzungen für die Verbesserung der Selbstständigkeit und der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Hintergrund: Wer war Moltke?

Generalfeldmarschall Graf Helmut Karl Bernhard von Moltke (d.Ä.) gehörte zu den Mitbegründern des Verein Oberlinhaus und übernahm von 1874 bis 1891 den Vorsitz des Zentralvorstandes (das ist heute der Aufsichtsrat) des Verein Oberlinhaus. Helmut Johannes Ludwig von Moltke (d.J.) war Neffe des Generalfeldmarschalls und übernahm von 1915 bis zu seinem plötzlichen Tode 1916 den Vorsitz des Zentralvorstandes. Mit der Namensgebung „Moltke-Haus“ folgte das Oberlinhaus seiner Tradition, Häuser nach stark engagierten Persönlichkeiten aus der Geschichte des Oberlinhaus zu benennen.

Zum Jubiläum haben wir das Team vom Moltke-Haus einen Tag lang begleitet. Den Beitrag können Sie sich hier anschauen:

Harriette Usnerus-Tumm, Bereichsleiterin Wohnen für Menschen mit Autismus, beantwortete im Studio von Potsdam TV weiterführende Fragen: