Vertrauen und Verdienen

Wie finanzieren sich Diakonische Werke?

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz e. V. (DWBO) ist ein selbständiger Landesverband der Diakonie Deutschland (Bundesverband). Er ist einer der anerkannten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege mit Sitz in der Paulsenstraße im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Das DWBO ist ein Dachverband für ca. 437 rechtlich selbständige Träger diakonischer Arbeit aus dem Raum der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Es vertritt deren Interessen innerhalb der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sowie u. a. gegenüber Ministerien, Senatsdienststellen, Kostenträgern, Kommunen und Interessenverbänden.

Auch das Oberlinhaus ist einer der 437 rechtlich selbständigen Träger im DWBO. Für die Mitgliedschaft wird ein Mitgliedsbeitrag erhoben, der sich nach der Anzahl der Mitarbeitenden richtet. Durch die Mitgliedsbeiträge und andere Einnahmen kann das DWBO seine Aufgaben als Verband für die Mitglieder wahrnehmen.

Anders verhält es sich beim Diakonischen Werk Potsdam e. V. (DWP). Das DWP betrieb Kindergärten für die Evangelischen Kirchengemeinden in Potsdam. Hier wurden nicht nur Verbandsarbeiten wahrgenommen. Das DWP trat nämlich gleichzeitig als Träger im Bereich Kita, Beratung, Jugendarbeit und Jugendhilfe auf. Eine Insolvenz kommt dann zustande, wenn das DWP seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. In den Medien wird mit über 800.000 bis 1,5 Mio. Euro spekuliert, die durch Gläubiger, insbesondere die Stadt Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark, geltend gemacht werden.

In Potsdam betreibt das DWP Kitas, Wohnheime, ein Asylbewerberheim, Beratungsstellen für Obdachlose, Migranten und Haftentlassene sowie weitere Einrichtungen. 236 Mitarbeiter sind zurzeit im Diakonischen Werk Potsdam beschäftigt bei 10,0 Mio. Euro Umsatz.

Ähnlich wie das Oberlinhaus muss auch das DWP z. B. bei den Kitas Kostensatzverhandlungen mit der Stadt führen, um diese Kitas betreiben zu können, im Vergleich zum DWBO, das fast ausschließlich nur noch ein Interessensverband für die Mitglieder ist.

Eine Insolvenz hat also keinerlei Auswirkungen auf das Oberlinhaus. Das Oberlinhaus ist rechtlich selbständig und erhält für seine Leistungen von den jeweils zuständigen Kosten- und Leistungsträgern eine entsprechende Vergütung. Das sind bei uns im Wesentlichen die Krankenkassen, die Arbeitsagenturen, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berufsgenossenschaften und das Bildungsministerium.