Knackpunkt Knie

Fünf Dinge, die Sie über unser größtes Gelenk wissen sollten

Das Knie ist unser größtes Gelenk und zugleich vermutlich das komplexeste. Es ist eine perfekt aufeinander abgestimmte Konstruktion aus Knochen, Kapseln und Knorpeln, die uns beweglich macht. Rund 1.500 Mal beugt und streckt sich das Knie pro Tag.

1. Das Knie ist das am stärksten belastete Gelenk

Ein gesundes Knie lässt sich problemlos bewegen und ermöglicht uns, zu gehen, zu drehen, zu tanzen und zu springen. Unsere Beine haben mit jedem Schritt nicht nur das gesamte Körpergewicht zu tragen, sondern zusätzlich noch die Belastungskraft durch das Auftreten und Abstoßen.

2. Das Knie besteht aus drei Knochen

Knie

Foto: Shutterstock

Der erste ist der Oberschenkelknochen. Er befindet sich oberhalb des Schienbeins, dem zweiten Knochen. Wenn wir unser Knie beugen oder strecken, rollt und gleitet das runde Ende des Oberschenkelknochens über die relativ flache Oberfläche des Schienbeins. Der dritte Knochen ist die Kniescheibe. Sie ist mit den Muskeln verbunden, die es uns ermöglichen, das Knie zu strecken. Die Kniescheibe bietet Halt und reduziert die Belastung dieser Muskeln.

3. Die Gelenkschmiere sorgt dafür, dass die Knie nicht knirschen

Das Knie besitzt eine Beschichtung (Synovium), die eine durchsichtige Flüssigkeit absondert. Das ist die Gelenkschmiere. Sie schmiert das Gelenk, reduziert Reibung und vereinfacht die Bewegung. Die Gelenkschmiere ist die wichtigste Ernährungsquelle für den Knorpel, da dieser keine Blutgefäße enthält. Ein gut ernährter Knorpel ist elastisch und widerstandsfähig gegenüber Abrieb und damit Verschleiß.

4. Der Meniskusriss zählt zu den häufigsten Knieverletzungen

In jedem Knie gibt es zwei: den Innen- und den Außenmeniskus. Die halbmondförmigen elastischen Scheiben aus Knorpel befinden sich zwischen dem Ober- und  Unterschenkelknochen. „Während in der Jugend Sportverletzungen häufig zu Meniskusrissen führen können, sind sie im Alter meistens verschleißbedingt. Eine Meniskus-Operation ist bei einer akuten Verletzung die Therapie der Wahl, während degenerative Meniskusveränderungen sehr gut konservativ behandelt werden können,“ erklärt Dr. med. Robert Krause, Chefarzt der Abteilung für Extremitätenchirurgie der Oberlinklinik.

5. Jedes Knie ist individuell

Größe, Stellung und Ausrichtung des Kniegelenks unterscheiden sich bei jedem Menschen. Das kann den Einsatz eines künstlichen Gelenks, einer Knie-Endoprothese, vor Herausforderungen stellen. „Auf die patientenspezifischen Eigenheiten des Knies reagieren wir mit einem vielfältigen Sortiment an Implantaten sowie präzisen und schonenden Operationstechniken, denn das ‚Standard-Knie‘ gibt es eben nicht,“ so Dr. med. Krause.

 

Dr. med. Robert Krause ist Chefarzt der Abteilung für Extremitätenchirurgie der Oberlinklinik.

Foto: Oberlinhaus