Inklusionspreisverleihung

Mehr als nur bedrucktes Papier

Inklusionspreis für Berufsbildungs-Aktionsplan

Inklusionspreis für Berufsbildungs-Aktionsplan

Unter der Schirmherrschaft von Jürgen Dusel, Behindertenbeauftrager des Landes Brandenburg, hat das BBW als eines der ersten Berufsbildungswerke deutschlandweit einen eigenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erarbeitet und dafür den Inklusionspreis erhalten.

Seit letztem Herbst haben Teilnehmer aus der Berufsvorbereitung und aus allen Ausbildungsbereichen, Mitarbeitende aus allen Abteilungen und Hierarchiestufen sowie externe Partner gemeinsam intensiv und gleichberechtigt an der Erstellung dieses Aktionsplans gearbeitet. Themen sind eine inklusive Ausbildung, eine stärkere Vernetzung des Berufsbildungswerks mit seinem Umfeld, Barrierefreiheit, Bewusstseinsbildung, mehr Selbstbestimmung und Teilhabe, Wohnen und Freizeit. Für alle sieben Handlungsfelder wurden Ziele und Maßnahmen beschrieben, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen.

„Das wichtigste Ziel unserer Arbeit ist es, die Teilnehmer so auszubilden, dass möglichst viele von ihnen im Anschluss eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen“, betont Margit Kanitz, Geschäftsführerin im BBW. „Deshalb ist auch eines unserer Aktionsplanziele, die Quote der verzahnten Ausbildung von derzeit 14 auf 25 Prozent im Jahr 2019 zu erhöhen.“ Die verzahnte Ausbildung zeichnet sich dadurch aus, dass mit Unterstützung des BBW-Fachpersonals längere Ausbildungsphasen in Kooperationsbetrieben durchgeführt werden. Diese Kooperationen wirken auch dem Fachkräftemangel der beteiligten Unternehmen entgegen, da die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss direkt übernommen werden können.

Um es Unternehmen zu erleichtern, junge Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, möchte das BBW künftig Fortbildungen zu den Themen Behinderung und Inklusion anbieten. Auch soll in den nächsten drei Jahren die Vernetzung mit externen Partnern und Akteuren verstärkt werden. Beispielsweise möchte das Berufsbildungswerk Unternehmerstammtische und inklusive Frühstücke für Menschen mit und ohne Behinderung anbieten, um Hemmschwellen auf beiden Seiten abzubauen.

Damit der Aktionsplan nicht nur auf dem Papier steht, arbeitet der interdisziplinäre Inklusionskreis im BBW an der Umsetzung jedes einzelnen Ziels. Die Umsetzung wird im Rahmen des BBW-Qualitätsmanagements überwacht. Einmal jährlich werden die Ergebnisse veröffentlicht. Nach den drei Jahren wird der gesamte Prozess zusammen mit dem Schirmherrn evaluiert. Auf dieser Grundlage wird entschieden, wie der Aktionsplan fortgeschrieben wird.

Im Berufsbildungswerk im Oberlinhaus lernen derzeit gut 500 junge Menschen mit Behinderung einen Beruf oder nehmen an einer berufsvorbereitenden Maßnahme teil. Zusätzliche 153 Fachschülerinnen und Fachschüler erlernen einen der drei Berufe Sozialassistent, Heilerziehungspfleger und Erzieher. Das Berufsbildungswerk beschäftigt gut 300 Mitarbeiter.

Sozialministerin Diana Golze und Jürgen Dusel, Beauftragter der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen, haben am 9.12.2016 den zweiten Brandenburger Inklusionspreis verliehen. Das Motto lautete: „Alle dabei! Inklusion durch Kinder- und Jugendbeteiligung“. Die fünf Preisträger sind: Berufsbildungswerk im Oberlinhaus gGmbH, Kinderstadt Rathenow e.V., Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bernau e.V., Arbeiterwohlfahrt Landesverband Brandenburg e.V. und Porsche-Junior-Team Falkensee Schüler GmbH. Die Preisträger erhielten mit der Auszeichnung jeweils 2.000 Euro. Die Preisverleihung fand mit rund 80 Gästen im Sozialministerium in Potsdam statt.