Hören im Oberlinhaus

Hörschäden sind keine Frage des Alters

Das Oberlinhaus bündelt verschiedenste Angebote für Menschen mit Hörproblemen

Schwerhörigkeit und Hörschäden ziehen sich durch alle Altersschichten: Es gibt Kinder, die bereits mit einer Hörminderung auf die Welt kommen, Jugendliche, die zu laut Musik hören und ältere Menschen, deren Hörvermögen nachgelassen hat. Die Betreuung von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen hat eine lange Tradition im Oberlinhaus: Schon seit Jahrzehnten werden hörgeschädigte Kinder in unserer Oberlinschule betreut oder in der sinnesspezifischen Frühförderung bzw. Logopädie professionell begleitet.

Optimale Versorgung der Patienten

Eine weitere Anlaufstelle für Betroffene ist unser Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) am Luisenplatz. Kassen- und Privatpatienten erhalten hier eine kompetente medizinische Betreuung im Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie bei Stimm-, Sprach und Sprechstörungen. Darüber hinaus gibt es eine Spezialistin für kindliche Hör- und Sprachstörungen und für die Behandlung von Allergien mit Auswirkungen im HNO-Bereich. „Das Ohr kann akustische Belastungen lange Zeit kompensieren. Irgendwann sind die Folgen jedoch spürbar, zumeist in Form von Tinnitus, Hörstürzen oder leichten Hörschäden“, sagt Dr. Barbara Lindemann, Chefärztin der HNO-Abteilung im Oberlinhaus.

In der Oberlinklinik werden stationäre Operationen bei Kindern und Erwachsenen im HNO-Bereich durchgeführt. Ein weiterer Fokus der Abteilung liegt auf der Diagnostik von kindlichen Hörwahrnehmungsstörungen- und Schluckstörungen mit Hilfe von videoendoskopischen Untersuchungen. Eine enge Zusammenarbeit der beiden HNO-Abteilungen sowohl im MVZ Luisenplatz als auch in der Oberlinklinik stellt eine optimale Versorgung der Patienten sicher.

Hilfe für Hörgeschädigte kommt nicht nur aus dem medizinischen Bereich, sondern auch aus der Medizintechnik in Form von Hörgeräten. Die kleinen Hightechgeräte geben den Betroffenen ein großes Stück Lebensqualität zurück. „Manche Geräte sind kaum noch daumennagelgroß. Modernste Computertechnik unterdrückt Wind- oder Störgeräusche“, weiß Angie Diez, die als Hörakustik-Meisterin den Hörpunkt im Oberlinhaus in Potsdam-Babelsberg leitet. Da die modernen Hörgeräte sehr viel können, werden sie ganz individuell auf die Bedürfnisse ihrer Träger angepasst.

Wenn Hörgeräte nicht ausreichen

Reichen konventionelle Hörgeräte nicht mehr aus, kommen Innenohr-Implantate, so genannte Cochlea Implantate, zum Einsatz. „Die Elektrode des Implantats setzt direkt am geschädigten Bereich im Innenohr an und sendet elektrische Signale an den Hörnerv. Das natürliche Hören wird also simuliert.“, erklärt Dr. Friederike Wagner, ärztliche Leiterin im Hörtherapiezentrum im Oberlinhaus, wo Menschen mit einer implantierten Prothese betreut werden. Dazu gehört nicht nur das regelmäßige Anpassen der Implantate, auch das Hören selbst muss nach dem operativen Eingriff erst wieder erlernt werden. Dank modernster Medizin und intensiver Betreuung kann das Hören als einziger Sinn des Menschen wieder rehabilitiert werden.

Die Angebote zum Thema Hören im Oberlinhaus erläuterte Dr. med. Barbara Lindemann in einem Interview mit Potsdam TV:

Anfang März veranstaltete das Oberlinhaus am Welttag des Hörens ein Informationsforum zum Thema Hören. Neben Fachvorträgen zur Prävention von Hörschäden, zu Hörgeräten und Hörprothesen wurden kostenlose Beratungen an verschiedenen Stationen angeboten. Besucher konnten einen kostenlosen Hörtest vornehmen lassen oder an einem Rundgang durch den Taubblindenschulteil der Oberlinschule teilnehmen.

Hier können Sie sich einen kurzen Beitrag über den Tag ansehen: