„Ein deutliches Plus für die Gesellschaft“

Vier Fragen zu den AKTIVA Werkstätten im Oberlinhaus an den Geschäftsführer Daniel Klappenbach

Vier Fragen zu den AKTIVA Werkstätten im Oberlinhaus an den Geschäftsführer
Daniel Klappenbach:

Was tragen Werkstätten für behinderte Menschen zur Wertschöpfung bei?

Aktuell berechnete zum ersten Mal eine bundesweite Studie die Sozialbilanz von Werkstätten. Das Ergebnis der Studie: Werkstätten sind wertschöpfend und erzeugen unterm Strich ein deutliches Plus für die Gesellschaft. Hochgerechnet verschaffen Werkstätten der öffentlichen Hand pro Jahr Einnahmen und Einsparungen in Höhe von etwa sechs Milliarden Euro im Vergleich zu Investitionen in Höhe von 5,6 Milliarden.


Wie ist Ihre Vision beziehungsweise die Antwort auf den Spardruck, der auch auf den Werkstätten lastet?

Durch verstärkte Kooperationen sowohl innerhalb des Oberlinhaus, als auch mit anderen Beteiligten sollen unsere Angebote vernetzt, Kosten reduziert und die Angebotspalette für Menschen mit Behinderung erweitert werden.


Welche Berufsgruppen gibt es bei den Mitarbeitern und warum arbeiten sie in den Werkstätten?

In den Werkstätten arbeiten vorwiegend handwerklich ausgebildete Mitarbeiter mit einer sonderpädagogischen Zusatzausbildung oder einem Abschluss als Heilerziehungspfleger. Weiterhin sind auch Sozialpädagogen, Verwaltungsmitarbeiter, Meister und Ingenieure tätig.


Wie ist die Bezahlung der Beschäftigten gestaltet?

Mindestens 70 Prozent des Produktionserlöses aus Kundenaufträgen, muss als Arbeitsentgelt an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Zusätzlich haben Werkstattbeschäftigte Anspruch auf ein Arbeitsförderungsgeld von maximal 26 Euro monatlich und sind wie jeder andere Arbeitnehmer kranken-, pflege- und rentenversichert. Nach zwanzig Jahren haben Beschäftigte in Werkstätten Anspruch auf Rente in Höhe von 80 Prozent des Rentenniveaus eines durchschnittlich deutschen Arbeitsnehmers.

AWiODie AKTIVA Werkstätten im Oberlinhaus sind ansässig auf Hermannswerder und bieten derzeit circa 400 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Die Werkstätten bieten eine Vielzahl von Produktionsmöglichkeiten und Dienstleistungen. Sie begleiten Menschen mit Behinderung im und zum Arbeitsleben und bieten die notwendigen Unterstützungsleistungen, die ihnen Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Das Ziel der AKTIVA Werkstätten ist zum einen das Angebot einer angemessenen beruflichen Bildung und Beschäftigung. Zum anderen soll die Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit entwickelt beziehungsweise wiedergewonnen werden.

Fotos: Wolfgang Bellwinkel und Oberlinhaus