Chancen christlicher Werte im Wettbewerb

Machen die christlichen Werte heute noch einen Unterschied? Was bedeutet es für Patienten und Klienten, Leistungen einer diakonischen Einrichtung zu bekommen?

Angesichts stagnierender Kostensätze und Vergütungen für ihre Leistungen, stehen  Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft zunehmend unter dem Druck Kosten zu reduzieren und effizienter zu arbeiten. Einhergehend wächst der Wettbewerb um Patienten, Schüler und Klienten stetig. Für viele Unternehmen in diesem Bereich ist es vollkommen neu, so intensiv um Kunden werben zu müssen. Begriffe aus dem Marketing wie Zielgruppenprofile, Vertriebskanäle oder ähnliches, gehen vielen Führungskräften noch schwer über die Lippen, sind unvertraut.

Mehr Differenzierung zu Wettbewerbern

Auch für das Oberlinhaus wird es seit einigen Jahren immer wichtiger sich damit zu befassen, woher unsere Kunden kommen und warum sie ausgerechnet unsere Leistungsangebote wahrnehmen sollten. Obwohl wir andere Anbieter für Ihre Leistungen schätzen, fachlich und persönlich gute Kontakte zu ihnen haben, sind wir gezwungen uns stärker von ihnen zu differenzieren. Wir müssen für den Kunden transparent machen, was uns unterscheidet und was er bei uns erwarten kann. Im Zusammenhang mit dieser  Differenzierung verweisen wir gerne auf unsere diakonischen Wurzeln, auf unsere christlichen Werte.

Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr intensiv mit unseren Führungskräfte über das Thema diskutiert haben, griffen wir das Thema zu unserer Jahresauftaktveranstaltung am 10. Februar 2014 erneut auf. Unter dem Motto „Chancen christlicher Werte im Wettbewerb“ haben der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand in das Restaurant des neuen Brandenburger Landtags geladen. Viele Vertreter aus Politik, von Kostenträgern oder anderen diakonischen Einrichtungen sind der Einladung gefolgt. „Ganz besonders haben wir uns über den Besuch der Brandenburger Gesundheitsministerin Frau Anita Tack gefreut“, so Andreas Koch.

Konfessionelle Krankenhäuser

Wie insbesondere konfessionelle Krankenhäuser ihren christlichen Charakter im Wettbewerb nutzen können, stellte Karsten Wolkenhauer, Gastredner des Abends, heraus. Der Theologe und Vorstand der Stiftung christlicher Krankenhäuser Deutschlands verglich die heutige Situation der Einrichtungen mit den ersten Gemeinden des Christentums. Um ihre Besonderheiten, ihre „Alleinstellungsmerkmale“ im Wettbewerb mit anderen Religionen zu behaupten, mussten diese Gemeinden sich in ihrem Handeln unterscheiden. Ohne Logo oder Claim haben sie ihre Marke durch das tatsächliche Leben ihrer Werte geformt. Dr. Michael Hücker schilderte, wie in der Oberlinklinik christliche Werte gelebt werden. Oft sind es nur ganz kleine Dinge, die einen Unterschied machen. Ein freundlicher Gruß auf dem Gang oder ein kurzer Moment des Zuhörens während der Visite. „Die positiven Rückmeldungen der Patienten bestätigen unser Handeln“, sagte der Geschäftsführer der Oberlinklinik. Neben dem Angebot der christlichen Werte, hat aber – und das gilt für alle Kliniken – eine hohe medizinische Qualität die oberste Priorität, so Hücker weiter.

Als Fazit wurde deutlich: Unsere christlichen Werte – erfahrbar gemacht durch unser tägliches Handeln – müssen wir als einen großen Vorteil im Wettbewerb um Patienten, Schüler oder finanzielle Mittel der Kostenträger verstehen.